
Embryonenspende
Die Embryonenspende kommt in Frage, wenn bei beiden Partnern Fruchtbarkeitsprobleme bestehen, die mit einer herkömmlichen IVF nicht zu lösen sind. In manchen Ländern werden dabei übrig gebliebene, eingefrorene Embryonen anderer Paare verwendet. In Zypern dürfen gesetzlich nur Embryonen verwendet werden, die aus gespendeten Eizellen und Spendersamen entstanden sind.
Wie bei der Eizell- und Samenspende werden Spenderin und Spender so ausgewählt, dass sie Ihnen körperlich ähneln (Herkunft, Haut-, Augen- und Haarfarbe, Statur) und eine passende Blutgruppe haben.
Ihre Vorbereitung
Für den männlichen Partner sind keine Untersuchungen oder Eingriffe nötig. Die Vorbereitung der Frau umfasst:
- Gespräch mit der Fachärztin bzw. dem Facharzt: Anamnese, körperliche Untersuchung und Planung der nötigen Tests.
- Gespräch mit Ihrer Koordinatorin bzw. Ihrem Koordinator: Planung von Anreise und Unterkunft, alle nichtmedizinischen Fragen, Ausfüllen der Profilformulare und Auswahl des Samenspenders.
- Psychologische Beratung (auf Wunsch): für Fragen rund um die Spende und die Zeit danach.
- Untersuchungen: die notwendigen Screening-Tests für die Frau.
- Ultraschall: Beurteilung der Gebärmutter, bei Bedarf ergänzt durch eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie).
- HSG (Hysterosalpingographie): Darstellung von Gebärmutter und Eileitern, um Veränderungen wie eine Hydrosalpinx auszuschließen, die die Einnistung stören können.
Ablauf bei der Spenderin und im Labor
- Stimulation: Die Spenderin erhält Medikamente zur Stimulation der Eierstöcke; die Follikelentwicklung wird regelmäßig per Ultraschall kontrolliert.
- Eizellentnahme und Befruchtung: Am festgelegten Tag erhält sie die Auslösespritze, etwa 36 Stunden später werden die Eizellen entnommen. Die reifen Eizellen werden am selben Tag per ICSI mit dem ausgewählten Spendersamen befruchtet. Am nächsten Tag wird die Befruchtung kontrolliert.
- Embryonalentwicklung: Unser Embryologielabor informiert Sie täglich über die Entwicklung Ihrer Embryonen und plant den passenden Transfertag.
- Genetische Untersuchung (optional): Ist eine Präimplantationsdiagnostik geplant, erfolgt die Biopsie bei der FISH-Methode am 3. Tag, der Transfer kann dann im selben Zyklus stattfinden. Bei der NGS-Methode erfolgt die Biopsie am 5. Tag; die Embryonen werden eingefroren und im Folgezyklus übertragen.
- Embryotransfer: Die Zahl der zu übertragenden Embryonen richtet sich nach ihrer Qualität. Der Transfer ist ein einfacher Eingriff von etwa 15 Minuten; nach kurzer Ruhe können Sie Ihren Alltag fortsetzen.
- Schwangerschaftstest: Je nach Entwicklungsstadium der Embryonen 9 oder 12 Tage nach dem Transfer per Bluttest (Beta-hCG). Bei positivem Ergebnis folgt nach 2 bis 3 Wochen ein Ultraschall zur Kontrolle der Fruchthöhle.
Worauf es beim Erfolg ankommt
Da die Keimzellen von jungen, gesunden Spendern stammen, ist die Embryonenspende das Spendeverfahren mit den höchsten Erfolgsaussichten. Entscheidend ist deshalb vor allem, dass Ihre Gebärmutter sorgfältig untersucht und optimal auf den Transfer vorbereitet wird. Die individuellen Chancen besprechen wir im Erstgespräch.
Vertraulichkeit
Die Identität von Spenderin, Spender und Empfängerpaar bleibt gegenseitig vertraulich. Sie erhalten nur die Angaben aus dem Spenderprofil; Fotos, Identität und Kontaktdaten bleiben geheim. Ebenso erfahren die Spender nichts über das Paar, das ihre Keimzellen erhält.
Gesetzlicher Rahmen in Zypern
IVF- und Spendebehandlungen unterliegen in Zypern dem Gesetz Nr. 57/2014 über die Transplantation menschlicher Zellen, Gewebe und Organe. Es schreibt unter anderem vor:
- Eizellspenderinnen sind zwischen 18 und 35 Jahre alt, mit einem BMI zwischen 19 und 29.
- Spendersamen muss aus akkreditierten Samenbanken stammen; Samenspender sind zwischen 20 und 45 Jahre alt.
- Die Zahl der übertragenen Embryonen richtet sich nach dem Alter von Spenderin und Empfängerin, der Prognose und der Embryoqualität.
- Ab 45 Jahren muss vor dem Transfer durch eine Internistin bzw. einen Internisten und eine Kardiologin bzw. einen Kardiologen bestätigt werden, dass medizinisch nichts gegen eine Schwangerschaft spricht. Nur wenige Zentren in Zypern können diese Untersuchung durchführen, unseres gehört dazu. Die Ethikkommission kann zusätzliche Untersuchungen verlangen.

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