In-vitro-Fertilisation (IVF) und ICSI

GESUNDHEITSDIENST
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In-vitro-Fertilisation (IVF) und ICSI

Die In-vitro-Fertilisation (IVF) ist eine Methode der assistierten Reproduktion. Sie kommt zum Einsatz, wenn eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg nicht möglich ist oder wenn einfachere Behandlungen wie eine Insemination nicht zum Erfolg geführt haben.

Dabei werden die Eizellen der Frau im Labor mit den Spermien des Partners zusammengebracht. Der so entstandene Embryo wird anschließend unter Ultraschallkontrolle mit einem feinen Katheter in die Gebärmutter übertragen.

Die Behandlung Schritt für Schritt

1. Untersuchung beider Partner

Nach einem ausführlichen Anamnesegespräch werden in der Regel folgende Untersuchungen durchgeführt: Hormonwerte (z. B. AMH, TSH, Prolaktin), gynäkologische Untersuchung mit Ultraschall, eine Kontrastmitteldarstellung der Gebärmutter und Eileiter (HSG), ein Spermiogramm sowie einige Blutuntersuchungen. Wird dabei ein behandlungsbedürftiger Befund festgestellt, wird er vor Beginn der IVF behoben. In der Vorbereitungszeit kann auch die Einnahme bestimmter Vitamine sinnvoll sein.

2. Hormonelle Stimulation der Eierstöcke

Anhand Ihrer Befunde und früherer Behandlungen legen wir das für Sie passende Protokoll fest. Möglich sind ein langes Protokoll (etwa 3 Wochen) oder ein kurzes Protokoll, das mit der Regelblutung beginnt und meist 11 bis 13 Tage dauert.

Die Medikamente werden als kleine Spritzen unter die Bauchhaut gegeben. Sie ähneln den körpereigenen Hormonen, die das Wachstum der Eibläschen (Follikel) steuern. Die Dosis richtet sich nach Ihrer ovariellen Reserve, Ihrem Alter, Ihrem Gewicht und ggf. dem Ansprechen bei früheren Behandlungen. Beim kurzen Protokoll sind in der Regel 3 bis 4 Ultraschall- und 2 bis 3 Blutkontrollen nötig.

3. Auslösespritze und Eizellentnahme

Sobald die Follikel die richtige Größe und Anzahl erreicht haben, erhalten Sie die sogenannte Auslösespritze. Sie sorgt für die endgültige Reifung der Eizellen. Etwa 35 Stunden später findet die Eizellentnahme (Follikelpunktion) statt.

Der Eingriff erfolgt unter einer kurzen Sedierung über die Vene, ist schmerzfrei und dauert nur 10 bis 15 Minuten. Wie bei jeder Narkose sollten Sie 6 Stunden vorher nichts essen und trinken.

Am selben Tag gibt Ihr Partner eine Spermaprobe ab, die im Labor aufbereitet wird. Wir empfehlen ihm, vorher 2 Tage sexuell enthaltsam zu sein. Ab dem Tag der Punktion erhalten Sie zusätzliche Medikamente, z. B. Progesteron.

4. Befruchtung im Labor: IVF oder ICSI

Die Befruchtung führen unsere Embryologinnen und Embryologen im Labor durch. Dafür gibt es zwei Verfahren:

  • Klassische IVF: Jede Eizelle wird in einer Kulturschale mit einer ausreichenden Anzahl von Spermien zusammengebracht, die Befruchtung erfolgt von selbst.
  • ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion): Ein einzelnes, gezielt ausgewähltes Spermium wird unter dem Mikroskop direkt in jede Eizelle injiziert. ICSI ist heute das am häufigsten eingesetzte Verfahren.

Ob die Befruchtung erfolgreich war, wird nach 16 bis 18 Stunden unter dem Mikroskop kontrolliert. Danach entwickeln sich die Embryonen in eigens dafür vorgesehenen Inkubatoren weiter.

5. Embryotransfer

Der Transfer findet je nach Anzahl und Qualität der Embryonen am 3., 4. oder 5. Tag nach der Punktion statt. Den genauen Tag legen Ärztin bzw. Arzt und Embryologie gemeinsam fest. Sind Gebärmutterschleimhaut oder Hormonwerte nicht optimal, kann der Transfer auf den Folgezyklus verschoben werden; die Embryonen werden dann eingefroren. Übrige Embryonen guter Qualität können Sie ebenfalls einfrieren lassen.

Der Transfer ist schmerzlos und erfordert in der Regel keine Narkose. Mit gefüllter Blase lässt sich der Katheter im Ultraschall besser verfolgen, daher bitten wir Sie, vorher Wasser zu trinken. Nach etwa einer Stunde Ruhe und einer Erklärung der weiteren Medikamente können Sie nach Hause gehen.

6. Schwangerschaftstest

Etwa 9 bis 11 Tage nach dem Transfer zeigt ein Bluttest (Beta-hCG), ob eine Schwangerschaft eingetreten ist. Bitte teilen Sie uns Ihr Ergebnis mit, damit wir die weitere Betreuung planen können.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine IVF-Behandlung?
Wir beginnen meist am 2. oder 3. Zyklustag; der Ablauf ist nach etwa 20 bis 21 Tagen abgeschlossen. Der Schwangerschaftstest folgt rund 12 Tage nach dem Transfer.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für Zwillinge?
Sie ist bei IVF höher als bei natürlicher Empfängnis und liegt meist zwischen 15 und 20 %, abhängig von der Zahl der übertragenen Embryonen und vom Alter.

Was, wenn keine eigenen Eizellen oder Spermien vorhanden sind?
Dann besprechen wir mit Ihnen die Möglichkeiten einer Eizell-, Samen- oder Embryonenspende.

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